Vom Backpacking zum Vanlife: Campen am schweizer See in den Bergen

Vom Backpacking zum Vanlife: Unser Weg in die Freiheit

Vanlife – für die einen ein romantischer Traum von Freiheit, für die anderen ein ungemütliches Abenteuer mit wenig Komfort. Für uns als Familie ist es längst zu einem festen Bestandteil unseres Lebens geworden. Wir haben die letzten Jahre damit verbracht, in unserem selbst ausgebauten Mercedes Sprinter „Amaruq“ unterwegs zu sein, neue Länder zu entdecken und unserem Sohn eine Kindheit voller Natur, Abwechslung und Abenteuer zu ermöglichen.

Doch unser Weg ins Vanlife war alles andere als geradlinig. Während Mario schon früh durch Backpacking in Australien und Bali das Reisen für sich entdeckte, habe ich meinen Zugang dazu eher klassisch gefunden: durch Roadtrips mit Zelt und Wanderschuhe im Gepäck. Mit der Geburt unseres Sohnes und dem Wunsch nach noch mehr Unabhängigkeit haben wir schließlich den Sprung gewagt – und uns einen Transporter gekauft, den wir in unzähligen Stunden selbst zum gemütlichen Zuhause auf Rädern verwandelt haben.

In diesem Artikel möchten wir dich mitnehmen: in unsere Anfänge, in unsere größten Learnings und in die Vor- und Nachteile, die das Leben im Van wirklich mit sich bringt. Dazu gibt es viele ehrliche Einblicke, persönliche Geschichten und Links zu hilfreichen Artikeln, falls du selbst über Vanlife nachdenkst.

Warum Vanlife für uns so besonders ist

Bevor wir in die Details gehen, möchten wir kurz erzählen, warum Vanlife für uns mehr ist als nur eine Art zu reisen. Für uns bedeutet es: Freiheit, Unabhängigkeit und das Gefühl, als Familie unseren ganz eigenen Weg zu gehen. Wir sind nicht an feste Unterkünfte gebunden, nicht an Flugpläne oder starre Abläufe – wir können jederzeit entscheiden, ob wir noch einen Tag an einem Lieblingsort bleiben oder schon weiterfahren.

Besonders wichtig ist uns dabei die Nähe zur Natur. Wir lieben es, morgens die Tür des Vans zu öffnen und direkt ins Grüne oder ans Meer zu treten. Unser Sohn kann draußen spielen, die Welt entdecken und wird so spielerisch ein echter Naturfreund. Gleichzeitig lernen wir als Eltern, mit weniger auszukommen, minimalistischer zu leben und uns auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Natürlich klingt das erstmal nach einem großen Abenteuer (und das ist es auch!). Doch Vanlife hat viele Facetten: mal ist es pure Idylle, mal nervenaufreibend, wenn man keinen passenden Stellplatz findet oder das Wetter mehrere Tage nicht mitspielt. Genau diese Mischung macht es für uns so spannend – und genau deshalb möchten wir dir hier unsere Geschichte erzählen.

Unsere ersten Schritte ins Reisen: Backpacking, Zelt und Corona-Roadtrips

Jede Reise beginnt irgendwo – und bei uns war es tatsächlich nicht gleich das große Vanlife. Mario hat seine ersten Erfahrungen alleine gemacht, mit Rucksack, Wanderschuhen und einer ordentlichen Portion Abenteuerlust. Australien und Bali waren seine Spielwiesen, und was als klassisches Backpacking begann, wurde schnell zu einer Lektion fürs Leben.

Ein besonderes Erlebnis war seine Tour entlang der Westküste Australiens: von Perth nach Darwin, mit einem kleinen Konvoi an Offroad-Fahrzeugen, den er über Facebook gefunden hatte. Er kannte niemanden – und trotzdem hat er die Gruppe angeführt. Was nach purem Wahnsinn klingt, wurde zu einer seiner prägendsten Reisen. Unterwegs entstanden Freundschaften, die bis heute bestehen. Genau solche Erlebnisse zeigen, wie sehr das Reisen Menschen verbindet, auch wenn man sich auf den ersten Blick fremd ist.

Vom Backpacking zum Vanlife: Offroad Konvoi in Australien
Offroad Konvoi in Australien

Später haben wir dann gemeinsam unsere ersten Abenteuer gestartet – noch nicht im Camper, sondern ganz klassisch mit Auto und Zelt. Wir waren viel wandern, haben Nächte unter freiem Himmel verbracht und gemerkt, wie gut uns die Einfachheit tut. In dieser Zeit haben wir gelernt, dass man für unvergessliche Momente nicht viel braucht: ein kleines Zelt, ein Kocher und die richtige Gesellschaft reichen völlig aus.

Und dann kam Corona. Wie für so viele Reisende hat sich auch für uns einiges verändert. Plötzlich waren große Abenteuer in fernen Ländern nicht mehr möglich, und wir haben unsere eigenen Grenzen neu entdeckt. Wir waren in Deutschland und der Schweiz unterwegs, viel in den Bergen wandern und haben dabei festgestellt: Man muss gar nicht weit fahren, um Freiheit zu spüren. Die Natur direkt vor der Haustür hat uns oft genauso glücklich gemacht wie eine große Fernreise.

Rückblickend war genau diese Zeit wichtig. Sie hat uns gezeigt, dass wir ein gutes Team sind – auch dann, wenn Pläne über den Haufen geworfen werden. Und sie hat uns den Weg geebnet, den wir heute gehen: Vanlife als Familie.

Vom Zelt zum Camper: Unser DIY-Van „Amaruq“

Der Wunsch nach noch mehr Freiheit, Komfort und Selbstbestimmung führte uns schließlich ins Vanlife. Schon bevor wir überhaupt schwanger waren, kauften wir unseren Sprinter. Uns war von Anfang an klar: Wir wollen ein Zuhause schaffen, das auch für die Zukunft passt – ein Ort, an dem wir irgendwann einmal mit Kind reisen und leben können. So begann unser wohl größtes Abenteuer – der Ausbau unseres eigenen Vans.

Entscheidung für das Vanlife mit Kind

Der Van war von Anfang an ein Familienprojekt – auch wenn unser Sohn damals noch gar nicht geboren war. Wir haben ihn mit dem klaren Ziel gekauft, ein Fahrzeug zu schaffen, das uns dauerhaft begleiten kann. Schon beim Ausbau haben wir darauf geachtet, genügend Platz für ein Kind zu schaffen und Lösungen zu finden, die langfristig funktionieren. Deshalb entschieden wir uns für einen Sprinter, den wir Schritt für Schritt zu unserem „Amaruq“ ausgebaut haben.

Ausbau-Erfahrungen: DIY-Projekt mit Herz und Handarbeit

Der Ausbau war ein Projekt voller Emotionen. Wir haben den Van komplett selbst gebaut – von der Elektrik bis zu den Möbeln. Anfangs hatten wir Respekt vor der Camper Elektrik, doch schnell merkten wir: Mit etwas Recherche und Geduld ist das gar nicht so kompliziert, wie man denkt.

Ein spannender Teil war die Planung. Wir sind mit dem leeren Wagen losgefahren, um herauszufinden, wo wir eigentlich die Sitzecke, die Küche und das Bett haben wollen. Diese Probetouren waren Gold wert, denn sie haben uns gezeigt, was im Alltag wirklich praktisch ist. Unsere Möbel entstanden übrigens aus einem alten Holzkleiderschrank – nachhaltig, günstig und mit viel Charme.

Heute ist unser Camper komplett autark. Wir können tagelang in der Natur stehen, ohne auf Infrastruktur angewiesen zu sein. Und genau das macht für uns die Essenz des Vanlife aus: Selbstbestimmtheit.

👉 Wenn dich das Thema Ausbau interessiert, schau auch in unsere Artikel Innenausbau Camper oder Mercedes Sprinter Camper Ausbau.

Vanlife mit Kind: Alltag, Abenteuer und Freiheit unterwegs

Mit der Geburt unseres Sohnes hat sich unsere ursprüngliche Vision dann erfüllt: Endlich konnten wir den Van so nutzen, wie wir es uns von Anfang an vorgestellt hatten – als mobiles Zuhause für uns als Familie. Seitdem sind wir quer durch Europa unterwegs, haben viele Länder bereist und unzählige Eindrücke gesammelt. Die meiste Zeit haben wir dabei in Griechenland (und Kreta) verbracht, wo es besonders einfach ist, frei zu stehen und die Schönheit der Natur direkt vor der Van-Tür zu erleben.

👉 Wie unser Leben im Camper mit Kind aussieht, schreiben wir in diesem Artikel.

Vom Backpacking zum Vanlife: einsamer Strand auf Kreta mit türkisblauem Wasser
Einsamer Strand auf Kreta

Familienleben im Camper – Routinen und Flexibilität

Unser Alltag im Van ist ein Balanceakt zwischen Routine und Spontanität. Einerseits brauchen Kinder feste Abläufe – Schlafenszeiten, Mahlzeiten, Rückzugsorte. Andererseits ist Vanlife geprägt von Flexibilität und spontanen Entscheidungen. Genau diese Mischung macht es spannend: Mal sitzen wir am Strand und kochen Pasta auf dem Gaskocher (siehe auch Kochen im Wohnmobil und Camper), mal verbringen wir Regentage kuschelig drinnen mit Spielen und Basteln. Mehr dazu findest du in unserem Artikel Schlechtwetter Camping mit Kind.

Die größte Herausforderung bleibt oft die Stellplatzsuche. Da wir bewusst autark sind, wollen wir selten auf Campingplätzen stehen. Es kostet manchmal Nerven, den perfekten Ort zu finden – ruhig, sicher und mit Platz zum Spielen. Aber die Mühe lohnt sich: Nichts fühlt sich schöner an, als morgens die Van-Tür zu öffnen und direkt in die Natur hinauszugehen.

Kleine Abenteuer auf Reisen mit Kind

Für unseren Sohn ist das Leben im Van ein einziges Abenteuer. Er liebt die ständige Abwechslung: Heute ein Bergsee, morgen ein Wald, übermorgen ein Bauernhof. Er lernt die Welt auf eine ganz spielerische Art kennen – draußen, frei und voller Staunen.

👉 Genau darüber haben wir auch in Draußen sein – warum uns die Natur beim Reisen so guttut geschrieben.

Backpacking, Zelt oder Vanlife: Vor- und Nachteile im Überblick

Alle drei Reisearten haben uns geprägt. Wir möchten sie hier ausführlich vergleichen – mit ehrlichen Vorteilen, Nachteilen und persönlichen Beispielen.

Backpacking – Freiheit mit kleinem Gepäck

Vorteile:

  • Maximale Flexibilität: Alles, was du brauchst, passt in einen Rucksack. Du bist unabhängig und kannst jederzeit spontan weiterziehen.
  • Intensive Erlebnisse: Ob in Hostels, auf Busfahrten oder bei organisierten Touren – du lernst ständig neue Menschen kennen.
  • Günstig: Backpacking ist oft die kostengünstigste Art zu reisen.

Nachteile:

  • Kaum Komfort: Hostelschlafsäle, einfache Mahlzeiten, lange Fahrten – das kann auf Dauer anstrengend werden.
  • Keine Privatsphäre: Du teilst vieles mit Fremden.
  • Für Familien ungeeignet: Mit Kind wäre diese Art des Reisens kaum praktikabel.

Reisen mit Zelt und Auto – flexibel, aber wetterabhängig

Vorteile:

  • Abenteuer pur: Zelten bringt dich der Natur so nah wie kaum etwas anderes.
  • Günstig und flexibel: Ein Auto, ein Zelt und etwas Ausrüstung – mehr braucht es nicht.
  • Perfekt für Kurztrips: Gerade in Zeiten wie Corona war es die beste Möglichkeit, spontan unterwegs zu sein.

Nachteile:

  • Wetterabhängig: Regen, Sturm oder Kälte können schnell zum Problem werden.
  • Wenig Stauraum: Alles muss ins Auto passen – praktisch, aber auf Dauer eingeschränkt.
  • Kein Komfort: Kochen, Waschen, Schlafen – alles ist einfach, aber auch ungemütlich, wenn das Wetter nicht mitspielt.

👉 Viele nützliche Infos zu diversen Zeltarten und Zubehör findest du auf tentstation.de.

Vom Backpacking zum Vanlife: Zelten im Regen an einem See in den schweizer Bergen.
Regenstimmung an einem schweizer See in den Bergen

Vanlife – Komfortables Zuhause auf Rädern

Vorteile:

  • Zuhause immer dabei: Bett, Küche, Strom und oft auch Toilette sind an Bord. Für Familien ein unschlagbarer Vorteil.
  • Autarkie: Mit der richtigen Ausstattung kannst du tagelang frei stehen.
  • Flexibilität: Du entscheidest selbst, ob du in der Natur, an einem See oder nahe einer Stadt sein willst.
  • Gemeinschaft: Vanlife verbindet – wir haben unterwegs viele Gleichgesinnte getroffen.

Nachteile:

  • Hohe Anschaffungskosten: Ein guter Van ist nicht billig, vor allem mit Ausbau.
  • Mehr Verantwortung: Reparaturen, Wartung, Versicherung – das gehört alles dazu.
  • Einschränkungen in Städten: Parkplätze sind oft schwierig zu finden.

Unsere Definition von Freiheit im Campervan

Freiheit bedeutete für uns früher, einfach loszuziehen – ohne Plan, ohne Verpflichtungen. Heute, als Familie, hat sich dieses Gefühl verändert. Freiheit heißt für uns, dass wir unseren Alltag selbst bestimmen können. Dass wir entscheiden, wo wir aufwachen, wie lange wir bleiben und wie wir unser Leben gestalten.

Unser Sohn wächst in einer Umgebung auf, die ihn ständig Neues entdecken lässt. Wir erleben die Welt gemeinsam und genießen es, dass unser Zuhause immer dort ist, wo wir gerade sein wollen. Für uns ist das Vanlife nicht nur eine Reiseart – es ist eine Lebenseinstellung.

Vom Bakpacking zum Vanlife: Stellplatz direkt vor einem Wasserfall in Irland
Stellplatz an einem Wasserfall in Irland

Tipps für den Wechsel vom Backpacking zum Vanlife

Wenn du selbst überlegst, ins Vanlife einzusteigen, können wir dir ein paar Tipps aus Erfahrung mitgeben:

  • Starte klein: Leih dir erst einmal einen Camper, um zu testen, ob dir diese Art des Reisens liegt.
  • Plane realistisch: Ein Van kostet Geld – Anschaffung, Ausbau, Unterhalt.
  • DIY lohnt sich: Unser Ausbau mit einem alten Kleiderschrank hat gezeigt, dass es nicht immer teuer sein muss. Es macht den Van einzigartig.
  • Flexibilität ist alles: Pläne ändern sich, und genau das ist das Schöne.
  • Autarkie bringt Freiheit: Je unabhängiger dein Van ist, desto freier bist du.
  • Hole dir Inspiration von anderen: Lies Erfahrungsberichte, tausche dich in Communities aus oder stöbere in praktischen Reisetipps. So findest du leichter heraus, wie dein Traum vom Reisen mit dem Campervan aussehen könnte.

Fazit: Vom Backpacking zum Vanlife – unser persönlicher Weg zur Freiheit

Unser Weg ins Vanlife war ein Prozess: vom Backpacking über das Zelt bis hin zum selbst ausgebauten Van. Jede Phase hatte ihren Reiz, ihre Herausforderungen und ihre Learnings. Heute sind wir dankbar, diesen Weg gegangen zu sein. Denn unser Van ist nicht nur ein Fahrzeug – er ist unser Zuhause, unsere Freiheit und der Rahmen für ein Leben, das wir selbst gestalten.

FAQ: Vom Backpacking zum Vanlife

Ist Vanlife wirklich günstiger als Backpacking?

Nein, nicht unbedingt. Backpacking ist oft günstiger, Vanlife erfordert eine größere Anfangsinvestition. Dafür bietet Vanlife mehr Komfort und langfristige Flexibilität.

Kann man Vanlife gut mit Kind leben?

Auf jeden Fall! Kinder lieben die Abwechslung und die Nähe zur Natur. Mehr dazu in unserem Artikel Leben im Camper mit Kind.

Was ist der größte Unterschied zwischen Backpacking und Vanlife?

Backpacking bedeutet Minimalismus und Spontanität, Zelten bringt Natur pur, und Vanlife vereint Abenteuer mit Komfort.

Wie finde ich heraus, ob Vanlife zu mir passt?

Miete dir einen Camper für ein Wochenende und teste es. So merkst du schnell, ob dir diese Art des Reisens gefällt.

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